Die Steuerresidenz bestimmt, welches Land das Recht hat, Ihr weltweites Einkommen zu besteuern. Die meisten Länder verwenden die 183-Tage-Regel — wer sich 183 oder mehr Tage in einem Steuerjahr in einem Land aufhält, wird dort in der Regel steuerpflichtig. Allerdings unterscheiden sich die Regeln erheblich: Frankreich berücksichtigt den Hauptwohnsitz und wirtschaftliche Interessen, das Vereinigte Königreich nutzt den Statutory Residence Test (SRT), und die USA besteuern ihre Staatsbürger unabhängig vom Wohnsitz.
Was ist die 183-Tage-Regel?
Die 183-Tage-Regel ist eines der am häufigsten missverstandenen Konzepte im internationalen Steuerrecht. Viele Menschen glauben, dass ein Aufenthalt unter 183 Tagen automatisch bedeutet, dass sie in einem Land nicht steuerpflichtig sind. Das ist oft falsch. In Frankreich reicht die Erfüllung eines von vier alternativen Kriterien (Familienwohnsitz, Hauptaufenthalt, berufliche Tätigkeit oder wirtschaftliche Interessen) unabhängig von der Aufenthaltsdauer. In Großbritannien kombiniert der Statutory Residence Test Tageszählung mit einer Analyse der „ausreichenden Verbindungen". In den USA werden Tage über drei Jahre gewichtet.
Kann man in zwei Ländern steuerpflichtig sein?
Ja, doppelte Steuerresidenz ist bei Expats und digitalen Nomaden häufig. Wenn doppelte Ansässigkeit vorliegt, bieten bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen sogenannte Tie-Breaker-Regeln mit folgender Hierarchie: ständige Wohnstätte, Mittelpunkt der Lebensinteressen, gewöhnlicher Aufenthalt, Staatsangehörigkeit. Das Abkommen bestimmt, welches Land das vorrangige Besteuerungsrecht für jeden Einkommenstyp hat. Deutschland hat mit über 90 Ländern Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Planen Sie einen Umzug? Nutzen Sie unseren Lebenshaltungskosten-Rechner für den Städtevergleich.